30.08.2010 Gefahrstoffaustritt in Osterweddingen
Am 30.08.2010 wurde die Feuerwehr Osterweddingen um 18:40
Uhr zu einen Einsatz in das Industriegebiet gerufen. Grund war der Austritt von
ca. 500 l
eines Gefahrstoffes bei Umpumparbeiten in einem
Pharmaunternehmen im Gewerbegebiet.
Nach auslaufen der Flüssigkeit wurde von der Firma sofort Alarm ausgelöst und alle Mitarbeiter konnten sich in Sicherheit bringen. Durch die Verantwortlichen der Firma wurde auch gleich die Meldung an die Rettungsleitstelle weitergeleitet, dass es sich bei dem Gefahrgut um Isopropanol handelt.
Die Lage stellte sich so dar, dass sich die Flüssigkeit über mehrere Räume ausgebreitet hat und ausgaste. Daraufhin rückte die Feuerwehr Osterweddingen in der entsprechenden Stärke und mit der Spezialtechnik für Gefahrguteinsätze an. Bereits bei Ankunft wurde durch den Einsatzleiter der Feuerwehr Marco Dahlke (Gemeindewehrleiter) die Brisanz der Lage erkannt und die ersten Trupps unter schweren Atemschutz ins Gebäude vorgeschickt. In Absprache mit der Leitstelle, forderte der Abschnittsleiter Kai Pluntke bereits bei der Fahrt zur Einsatzstelle den chemischen Dienst des Landkreises mit eintsprechenden Messfahrzeugen aus Wolmirstedt und Haldensleben an.
Zur Verstärkung der Osterweddingen Kräfte wurde auch
noch die Feuerwehr Dodendorf mit alarmiert. Die Einsatzstelle wurde durch den
Einsatzleiter in
4 Abschnitte aufgeteilt. Die Osterweddingen Kameraden
übernahmen den Abschnitt Schadensbekämpfung in den Produktionsräumen und den
Abschnitt
Belüftung, die Dodendorfer Kameraden wurde zu Absicherung
auf die Rückseite des Gebäudes geschickt. Dort befanden sich die Abscheider für
das Abwasser.
Aufgrund des Gefahrstoffes bestand in der Halle und in der Kanalisation Explosionsgefahr. Die Kräfte des chemischen Dienstes bearbeiteten den Abschnitt Messen. Aufgrund, dass der Gefahrstoff schwerer als Luft ist, gelang er über die Kanalisation in das öffentliche Abwassernetz. Das machte es erforderlich, dass in der gesamten Ortslage Osterweddingen die Kanalisation auf Explosionsgefahr hin überprüft werden mussten. Aus diesem Grund waren auch Mitarbeiter des Umweltamtes und des Abwasserverbandes im Einsatz.
Die ersten Messungen mit Ex-Messgeräten und dem PID des ABC-Erkunder zeigten kritische Werte innerhalb der Halle und in der Kanalisation an. Nach Rücksprache mit dem Umweltamt und dem Wasserverband und der Recherche in den Gefahrgutdatenbanken der Leitstelle und des chemischen Dienstes wurde entschieden den Gefahrstoff mit viel Wasser bis zur Ungefährlichkeit zu vermischen. Während in der Halle Trupps unter schweren Atemschutz mit der Beseitung des Stoffes beschäfftigt waren, wurde außerhalb Massiv Wasser in die Kanalisation eingeleitet. Nachdem die Halle stundenlang belüftet und die Kanalisation gespült wurde, konnte gegen 24:00 Uhr vom Einsatzleiter der Befehl zum Abmarsch gegeben werden.
Somit war dieser Einsatz für die 46 ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden beendet und sie konnten die Heimreise antreten. Nätürlich ist auch klar, dass nach diesem Einsatz, der zum Glück nicht so oft vorkommt, die wenigsten vor 2:00 Uhr in den Schlaf kamen und sicherlich nach ein paar Stunden Schlaf wieder ihren Job bei ihren Arbeitgeber antreten müssen. Für dieses Engagement kann man den Kameraden nur Danken. Wie es zum Austritt des Stoffes kam, konnte nicht geklärt werden und muss durch die zuständigen Behörden und die Firma noch geklärt werden.